Storytelling

Erzählstruktur «Bergbesteigung»

Geschichten erzählen – das klingt für viele zunächst vielleicht sehr einfach. Doch eine Geschichte in einer sehr kurzen Zeitspanne so zu erzählen, dass die Botschaft auf jeden Fall bei der Zielgruppe ankommt, ist gar nicht so einfach. Gute Planung und eine durchdachte Zielsetzung sind daher essentiell. Ist das Ziel definiert, geht es darum, eine möglichst originelle Geschichte zu kreieren, mit der dem Zuschauer das Thema möglichst emotional mit einer klaren Botschaft vermittelt werden kann.

Merkmale des Storytelling

Die wesentlichen Zutaten für eine Geschichte sind eine starke Hauptfigur und ein fesselnder Spannungsbogen. Dies und plötzliche Wendepunkte, Perspektivenwechsel, Überraschungsmomente und mehr sorgen dafür, dass beim Zuschauer keine Langeweile aufkommt. Die Geschichte, die im Storytelling erzählt wird, steigert sich meist im Verlauf bis zu einem Höhepunkt, nach dem der Spannungsbogen bis zum Ende wieder leicht abfällt. Insgesamt geht es darum, den Zuschauer von etwas zu überzeugen und zu begeistern.

Beispiele für Storytelling

Hier ein paar Beispiele, die erklären, wozu Storytelling dient. Allenfalls können sie einen hilfreichen Input für die Klasse liefern…

Weiterführende Infos zu Storytelling


Einsatz im Unterricht

Geschichten analysieren

Das Erzählen von Geschichten wird naheliegenderweise natürlich vor allem in sprachlichen Fächern eingesetzt. Bevor man selber zu erzählen beginnt, sollte man sich mit der Struktur von guten Geschichten auseinandersetzen.

Geschichte als Zeitstrahl

Bei der Arbeit mit jüngeren Schülerinnen und Schülern (ca. ab der 2. Primarklasse) könnte eine bestehende Geschichte von den Kindern als Zeitstrahl dargestellt werden. Dazu zeichnen die Kinder zuerst einen langen Pfeil und setzen anschliessend einen ersten Strich auf den Pfeil. Dort schreiben oder zeichnen sie, was zuerst geschieht. Danach tragen sie der Reihe nach alles ein, was weiter geschieht. Dieser Auftrag könnte in Partnerarbeit gelöst werden, da es für Schülerinnen und Schüler diesen Alters noch anspruchsvoll ist, die wesentlichen Punkte der Geschichte heraus zu filtern.

Bei Lernenden ab der 5. Klasse könnten ausgehend von bekannten Spielfilmen (Nemo, Harry Potter, Star Wars, …), Märchen oder anderen Geschichten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wer ist der Protagonist, die Heldin? Was zeichnet diese Personen aus?
  • Welches Problem ist zu lösen? Welche Herausforderungen sind zu bewältigen?
  • Was ist der Höhepunkt? Wie wird das Problem gelöst?
  • Was macht die Geschichte spannend, interessant? Warum bleibt man dran?

Die Struktur der Geschichte könnte mit den untenstehenden Vorlagen oder in Form von Sketchnotes erfasst werden.

Da Storytelling in der Werbung eine grosse Rolle spielt, anerbieten sich auch Werbeclips für die Analyse. Unter folgenden Links findest du Sammlungen von besonders gelungenen Beispielen:

Geschichten erzählen

Im Deutsch oder in den Fremdsprachen gibt es unzählige Anlässe, um das Erzählen von wirkungsvollen Geschichten zu üben. Die Schüler/innen können sich dabei an der klassischen Struktur einer Kurzgeschichte orientieren:

  1. Einleitung: Einführung in die Geschichte, Präsentation der Figuren
  2. Hauptteil: Handlung (ein Problem, ein Ereignis, eine Situation)
  3. Schluss: Abrundung der Geschichte

Bei bei spezifischen Erzählstrukturen wie der «Heldenreise» wird der Hauptteil etwas differenzierter strukturiert (z.B. Konflikt – Herausforderung – Höhepunkt). Ein klarer Auftrag und Hilfsmittel für das Vorgehen geben den Schüler/innen Sicherheit (siehe weiter unten). Hier ein Beispiel:

Storytelling: Adventskalender für Primarschüler
Andi Brugger von der Sekundarschule Andelfingen hat mit seinen Klassen Geschichten für Primarschüler entwickelt und diese als Audiodateien in einem Online-Adventskalender verpackt. Das junge Publikum durfte jeden Tag eine neue Geschichte hören und revanchierte sich mit Zeichnungen, die den Geschichten entsprangen.
> Infos zum Projekt im Blog der Sek Andelfingen

Mit Geschichten erklären

Storytelling macht auch für die Vermittlung von naturwissenschaftlichen Sachverhalten oder geschichtlichen Ereignissen Sinn, beispielsweise in Form eines Erklärvideos oder einer Fotostory. Dabei soll die Story nicht Selbstzweck sein, sondern helfen, emotionale Anknüpfungspunkte zur Thematik zu liefern und somit das Publikum zu fesseln.


Ideen finden, planen

Für die Planung eines Storytelling-Projekts findest du hier verschiedene Strukturvorlagen. Sie können auf A3 ausgedruckt oder natürlich auch direkt auf dem Tablet bearbeitet werden, z.B. mit Word über Textfelder oder die Zeichnen-Funktion.

Falls du eine angepasste, z.B. fremdsprachige Vorlage erstellen möchtest findest du hier die Original-Illustrationen:

PS
Falls du die Vorlagen mit deinen Schüler/innen verwendest, würden wir uns über ausgefüllte Beispiele freuen, die wir an dieser Stelle präsentieren könnten!


Tools

Für das multimediale Erzählen gibt es diverse Tools. Hier ein paar Tipps:

Adobe Spark

Adobe Spark ist eine Tool-Sammlung um digitale Geschichten zu erzählen. Neben coolen Grafiken und einfachen Webseiten kannst du auch beeindruckende Videos zusammenstellen und mit einem Kommentar unterlegen. Die Bedienung ist denkbar einfach. Für die Nutzung wird allerdings ein (Gratis-)Account benötigt.
> weitere Infos
> Einführung für Schüler/innen


Book Creator

Mit dem Book Creator lassen sich sehr einfach multimediale eBooks gestalten. Texte, Bilder, Audiodateien, Filme und Comic-Elemente können wie bei einem Baukastensystem beliebig eingesetzt werden. Die erstellten Bücher lassen sich direkt in der Web-App betrachten.
> weitere Infos
> Einführung für Schüler/innen

Mit seinen multimedialen Möglichkeiten ist auch Powerpoint ein geeignetes Tool für Storytelling-Projekte. Für reine Audio-Geschichten ist Audacity prädestiniert.

2 Gedanken zu „Storytelling

  • Mai 16, 2019 um 4:08 am
    Permalink

    Kommt gerade rechtzeitig vor meinem CAS-Abschluss in Storytelling!

    Antworten

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